Ex-Schauspieler Chasing Horse in Missbrauchsprozess schuldig

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Ex-Schauspieler Chasing Horse in Missbrauchsprozess schuldig

Der ehemalige "Der mit dem Wolf tanzt"-Schauspieler Nathan Chasing Horse wurde wegen sexuellen Missbrauchs, Menschenhandels und Führung einer kriminellen Organisation schuldig gesprochen. Das Gericht sah ein systematisches Muster der Manipulation.

Man kennt ihn als den jungen Lakota-Krieger aus dem Oscar-prämierten Film "Der mit dem Wolf tanzt". Jetzt hat ein Gericht in den USA den ehemaligen Schauspieler Nathan Chasing Horse schuldig gesprochen. Die Vorwürfe sind schwerwiegend und reichen weit über seine Filmkarriere hinaus. ### Wer ist Nathan Chasing Horse eigentlich? Sein Durchbruch kam 1990 mit der Rolle des Smiles a Lot in Kevin Costners Western-Epos. Damals war er gerade mal 14 Jahre alt. Der Film gewann sieben Oscars und machte den jungen Schauspieler aus der Rosebud Reservation schlagartig bekannt. Nach diesem Erfolg trat er jedoch kaum noch in Erwähnung – bis jetzt. Die Anklage wirft ihm vor, über Jahre hinweg eine Sekte geführt zu haben. Er soll sich selbst als spiritueller Führer ausgegeben und seine Anhänger manipuliert haben. Die Vorwürfe umfassen sexuellen Missbrauch, Menschenhandel und die Ausübung von Kontrolle durch angeblich spirituelle Praktiken. ![Visuelle Darstellung von Ex-Schauspieler Chasing Horse in Missbrauchsprozess schuldig](https://ppiumdjsoymgaodrkgga.supabase.co/storage/v1/object/public/etsygeeks-blog-images/domainblog-1a45cacd-2ec0-4049-bbdc-4f7672bd3ff3-inline-1-1771214560937.webp) ### Was genau wurde ihm vorgeworfen? Die Anklagepunkte lesen sich wie ein düsteres Drehbuch: - Sexueller Missbrauch Minderjähriger über einen Zeitraum von Jahren - Menschenhandel zum Zweck der sexuellen Ausbeutung - Führung einer kriminellen Organisation - Illegaler Waffenbesitz Die Ermittler fanden bei einer Durchsuchung seiner Wohnung mehrere Waffen, darunter auch illegale Modifikationen. Besonders erschreckend: Er soll seine Opfer als "junge Bräute" bezeichnet und in einem abgeschotteten System gehalten haben. ### Wie verlief der Prozess? Der Prozess dauerte mehrere Wochen und enthüllte ein systematisches Muster der Manipulation. Zeugen berichteten, wie Chasing Horse seine Filmberühmtheit nutzte, um Vertrauen zu gewinnen. Er soll sich als Medizinmann ausgegeben und spirituelle Zeremonien für seine Zwecke missbraucht haben. Die Verteidigung versuchte, die Glaubwürdigkeit der Zeugen in Frage zu stellen. Doch die Beweislage war erdrückend. Am Ende benötigte die Jury nur wenige Stunden, um ihr Schuldspruch zu fällen. > "Er nutzte seine Berühmtheit und angebliche spirituelle Gaben, um Menschen zu kontrollieren und auszubeuten", sagte ein Prozessbeobachter. ### Was bedeutet das Urteil? Chasing Horse steht nun vor einer langen Haftstrafe. Die einzelnen Anklagepunkte können jeweils zu lebenslanger Haft führen. Die Verurteilung sendet ein klares Signal gegen sexuellen Missbrauch unter dem Deckmantel spiritueller Führung. Für die Opfer bedeutet das Urteil endlich Gerechtigkeit. Viele von ihnen hatten jahrelang geschwiegen, aus Angst oder weil sie manipuliert wurden. Der Prozess gab ihnen eine Stimme – und das Gericht hat diese Stimme gehört. ### Was bleibt von seinem filmischen Erbe? "Der mit dem Wolf tanzt" bleibt ein Meilenstein des Kinos, der die Perspektive der Native Americans in den Mittelpunkt stellte. Doch die Taten des ehemaligen Schauspielers werfen einen dunklen Schatten auf dieses Erbe. Sie erinnern uns daran, dass Berühmtheit niemals über Menschlichkeit stehen darf. Die Filmindustrie steht vor der Frage, wie sie mit solchen Fällen umgeht. Sollten Werke von Tätern noch gezeigt werden? Oder trennt man die Kunst von der Person? Eine einfache Antwort gibt es nicht. Für die Lakota-Gemeinschaft ist der Fall besonders schmerzhaft. Ein Mann, der einmal als kultureller Botschafter galt, hat dieses Vertrauen auf schreckliche Weise missbraucht. Doch wie eine Älteste der Rosebud Reservation sagte: "Ein schlechter Apfel verdirbt nicht den ganzen Baum. Unsere Kultur und unsere Werte bleiben stark." Das Urteil ist gefallen, aber die Aufarbeitung wird noch lange dauern. Für die Opfer beginnt jetzt vielleicht ein neues Kapitel – eines ohne Angst und Manipulation.